INTERNETSUCHT
Was ist Internetsucht?
Das Internet ist das am weitesten verbreitete und günstigste Medium zum Lernen und zum Informationsaustausch. Es ermöglicht den Zugang zu sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter, bietet aber auch Zugang zu sehr negativen Seiten (pornografische, gewalttätige, Bombenbauanleitungen usw.) und Computerspielen. Internetnutzung kann süchtig machen.
Studien haben gezeigt, dass eine Internetnutzung von zwei Jahren oder länger, insbesondere bei Jungen und aggressiven Jugendlichen, das Suchtrisiko erhöht.
Anzeichen einer Sucht sind unter anderem, dass Aktivitäten außerhalb des Internets zunehmend an Reiz verlieren und die Betroffenen sich ohne Internet sogar sehr leer fühlen. Wenn sie keinen Internetzugang haben, zeigen sie Unruhe und aggressives Verhalten. Obwohl sie vielleicht von sich aus den Gedanken haben, die exzessive Internetnutzung einzuschränken, können sie dies nicht umsetzen. Mit der Zeit verschlechtert sich die schulische Leistung, und die soziale Kommunikation mit Schule, Freunden und Familie nimmt ab.
Internetsucht tritt bei 2 bis 20 % der internetnutzenden Jugendlichen auf. Sie gilt als eine Form der Drogensucht, beginnt aber in einem viel jüngeren Alter. Internetsüchtige verbringen 40 bis 80 Stunden pro Woche online. Dies hat negative körperliche, soziale und psychische Folgen. Zu den psychiatrischen Störungen, die bei Internetsüchtigen auftreten, gehören Depressionen, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Impuls- und Verhaltensstörungen, Angststörungen, Schlafstörungen, Essstörungen, Drogenkonsum und Epilepsie.
Jugendliche, die nicht ausreichend emotionale und psychische Unterstützung von ihren Familien erhalten, haben ein erhöhtes Risiko für Internetsucht.
Internetsucht beeinflusst das Belohnungszentrum im Gehirn, das für Freude zuständig ist, und führt zu einer erhöhten Dopaminausschüttung. Ein erhöhter Dopaminspiegel führt zu einer verstärkten Freisetzung von Morphin und anderen Substanzen. Mit der Zeit reicht diese Steigerung nicht mehr aus, es entwickelt sich eine Toleranz, und eine längere Hirnstimulation ist erforderlich, um einen stärkeren Anstieg von Dopamin und Morphin zu erzielen. Dies führt dazu, dass es unmöglich wird, mit dem Internet aufzuhören. Wie andere Süchte beeinflusst auch Internetsucht den Nucleus accumbens, die tiefe Hirnregion, die für die Dopaminausschüttung verantwortlich ist.
Alle suchterzeugenden Reize werden über die Verbindung zwischen Frontallappen und Amygdala verarbeitet. Der für das Gedächtnis zuständige Hypothalamus speichert die Information. Wenn eine Person diese Erinnerung sieht, daran denkt oder Stress erlebt, entsteht ein Verlangen. Der Nucleus accumbens, das Belohnungszentrum des Gehirns, wird mit Dopamin überschwemmt. Der Hippocampus erinnert sich kurz an dieses angenehme Ereignis, und die Amygdala speichert es durch Konditionierung ab. Dies führt zu einer Überstimulation dopaminerger Regionen und einer Aktivierung des Dopaminzentrums im Nucleus accumbens. Das Gehirn wendet sich zwanghaft der Suchtmittel zu.
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Wie behandelt man Internetsucht?
Kinder und Jugendliche benötigen umfassende Aufklärung darüber, wie sie sich vor der Nutzung sozialer Netzwerke wie Facebook und Twitter schützen können. Es ist bekannt, dass Mädchen, insbesondere solche mit öffentlichen Facebook-Profilen, einem erhöhten Risiko sexueller Belästigung durch bösartige Personen ausgesetzt sind. Man sollte nicht vergessen, dass manche im Internet geknüpften Freundschaften später zu ernsthaften Problemen führen können.
Wir haben auch in den Nachrichten gelesen, dass die Nutzung von Twitter während der Gezi-Park-Proteste einige Menschen in sehr schwierige Situationen gebracht hat.
Viele Familien wissen nicht so gut wie ihre Kinder, wie sie mit Internettechnologie umgehen sollen. Wir empfehlen Familien, die Internetnutzung ihrer Kinder auf ein bis zwei Stunden pro Tag zu beschränken und selbst den Umgang mit dem Internet zu erlernen. So können sie die Nutzung ihrer Kinder besser kontrollieren, potenzielle Gefahren erkennen und deren Computeraktivitäten nachverfolgen.
Darüber hinaus sind psychologische und medikamentöse Behandlungen bekanntermaßen hilfreich bei der Behandlung von Internetsucht. Familien, die eine medikamentenfreie Behandlungsmethode ohne Nebenwirkungen suchen, können von Biofeedback profitieren. Die Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde (AOC) hält Biofeedback für eine hochwirksame Methode zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Internetsucht. Da die Wirksamkeit von Biofeedback in der Drogenbehandlung, bei Angststörungen und Epilepsie nachgewiesen wurde, ist es auch bei der Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen im Zusammenhang mit Internetsucht wirksam.
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