PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNGEN
PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNGEN

Persönlichkeitsstörungen sind eine Gruppe psychischer Störungen, die durch langfristige, schwerwiegende und anhaltende Denk- und Verhaltensmuster gekennzeichnet sind. Die Definition und Kategorisierung von Persönlichkeitsstörungen ist schwierig. Ihre Ursache kann genetisch, umweltbedingt oder beides sein.
Der kulturelle und soziale Kontext, in dem eine Person lebt, ist für die Definition von Persönlichkeitsstörungen von großer Bedeutung. Für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung muss ein Verhaltensmuster vorliegen, das erhebliches Leiden und Beeinträchtigungen im persönlichen und/oder sozialen Leben verursacht.
Persönlichkeitsstörungen sind sehr vielfältig. Sie alle haben jedoch eine Gemeinsamkeit: die Unfähigkeit, die Anforderungen und Grenzen der Außenwelt zu akzeptieren. Diese Störungen beeinflussen das Verhalten, den Alltag und die Beziehungen zu Menschen im privaten, beruflichen und sozialen Umfeld.
Bevor eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wird, müssen Ärzte Veränderungen der Persönlichkeitsstruktur untersuchen und ausschließen. Häufig haben Menschen mit Persönlichkeitsstörungen in ihrer Kindheit emotionale Probleme erlebt.
Nur ein Fünftel der Betroffenen sucht psychiatrische Hilfe und Behandlung. Viele haben Schwierigkeiten in der Ehe, beim Aufbau und der Pflege langfristiger Freundschaften.
Menschen mit Persönlichkeitsstörungen sind sich oft der Ursache ihrer Probleme nicht bewusst. Sie geben anderen die Schuld für ihr eigenes Verhalten und ihre Gedanken. Die Behandlung erfolgt in der Regel durch Psychotherapie, manchmal werden aber auch Medikamente eingesetzt. Der Schlüssel zum Therapieerfolg liegt im Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung. Die Behandlung kann langwierig und herausfordernd sein.
Auswahl des Diagnose- und Behandlungsprotokolls: Wir erfassen die Hirnströme der Person mittels objektivem digitalem EEG (QEEG) und vergleichen sie mit den Daten ihrer Altersgruppe in der Datenbank. Dies ermöglicht es uns, die Auswirkungen von Alkohol und Drogen auf die Hirnströme sowie den Zustand der Hirnströme der Person in Bezug auf ihre Altersgruppe zu beurteilen. Nach Auswertung der gewonnenen Daten werden Neurofeedback-Behandlungsprotokolle erstellt.
Diese von der amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) zugelassene und von der New York University entwickelte Datenbank wird in den USA seit etwa 40 Jahren zur Unterstützung der Diagnostik eingesetzt.
In der neurometrischen QEEG-Analyse werden alle QEEG-Variablen mithilfe von z-Scores berechnet. Für die jeweilige Altersgruppe gilt eine Standardabweichung von ± 2 als normal. Eine höhere Standardabweichung deutet auf eine ausgeprägte Neuropathologie und Anomalie hin. Patienten, deren z-Scores sich normalisieren, profitieren am meisten von einer Neurofeedback-Behandlung.
Neurofeedback-Therapie bietet Hoffnung
Unsere Studie „QEEG-gestützte Neurofeedback-Therapie bei Persönlichkeitsstörungen: 13 Fallstudien“ wurde in der Fachzeitschrift „Clinical EEG and Neuroscience“ veröffentlicht. [1]
Wir wendeten eine medikamentenfreie Neurofeedback-Therapie bei 13 Patienten (9 Männer, 4 Frauen) mit antisozialer Persönlichkeitsstörung im Alter von 19 bis 48 Jahren an, die keine Drogen oder Betäubungsmittel einnahmen. Die Neurofeedback-Sitzungen dauerten jeweils 30 Minuten und wurden je nach Fall in 80 bis 120 Sitzungen durchgeführt. Zwölf der 13 Patienten zeigten eine signifikante Verbesserung, die anhand von SA-45-Fragebögen, MMPI, TOVA, Ergebnissen der qEEG/NxLink-Datenbank (neurometrische Analyse) und Gesprächen mit Patienten und Angehörigen festgestellt wurde.
Neurofeedback könnte die Sichtweise von Psychiatern und Psychologen auf die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen zukünftig verändern.
Diese Studie liefert erste Belege für die positiven Effekte von Neurofeedback-Therapie bei antisozialen Persönlichkeitsstörungen. Weitere kontrollierte Studien sind erforderlich.
Surmeli T, Ertem A. QEEG-gestützte Neurofeedback-Therapie bei Persönlichkeitsstörungen: 13 Fallstudien. Clin EEG Neurosci. 2009 Jan;40(1):5-10.
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